39. Der Ursprung des Bösen
Wenn wir den Menschen von dem Standpunkt aus betrachten, was Augen sehen, Hände greifen können, so haben wir nur einen Teil der menschlichen Wesenheit im Sinne der Geisteswissenschaft. Wir sehen nur den physischen Teil des Menschen, welchen dieser mit allen scheinbar leblosen Wesen gemein hat. Alles, was im Menschenleib zu finden ist, ist auch dort vorhanden, nur sind diese mineralischen Kräfte freilich im Menschen in einer ganz besonderen Art vorhanden: Sie sind so kompliziert ineinandergefügt, so mannigfaltig aufgebaut, dass der physische Leib durch seine eigenen physischen Gesetze zerfallen würde, wenn ihn nicht etwas durchdränge, wie das Wasser den Schwamm durchdringt, etwas, was in jedem Menschen in jedem Augenblick ein Kämpfer ist gegen alle Störungen im physischen Leibe. Diesen Kämpfer nennen wir den Ätherleib oder Lebensleib. In jedem von Ihnen ist der physische Leib in jedem Augenblick dem Zerfall ausgesetzt, wenn in Ihnen nicht wäre jener Kämpfer, jener Sieger, den wir Ätherleib oder Lebensleib nennen. Diesen hat der Mensch gemeinsam mit der ganzen lebendigen Natur; in allem, was da lebt, ist dieser Kämpfer. In dem Augenblicke, wo im Tode der physische Körper vom Ätherleib getrennt wird, da folgt er den physischen Gesetzen, er zerfällt und geht in die leblose Welt über. Der Ätherleib ist etwas, was von der heutigen Wissenschaft als etwas Unmögliches angesehen wird. Doch wir können uns darauf nicht weiter einlassen, sondern müssen die Sache nur skizzenhaft anführen.
Cite:
GA 68a/1908-02-20/p011 · edition original