39. Der Ursprung des Bösen
Es war die Meinung der großen ägyptischen Priesterweisen, dass das Ich eingehüllt war, dass aber die Hüllen abfallen. Das Wesen des Ich kann niemand enträtseln als das Ich selbst, wenn es sich der wahren Natur bewusst wird. Indem es hinuntersteigt in die eigenen Tiefen und Abgründe, ergreift es sich in seiner eigenen Unsterblichkeit; dann weiß es, was hinter dem Schleier verborgen ist. Allerdings die wenigsten Menschen sind heute geneigt, in das Wesen des Ich hineinzublicken, es gilt noch heute der Ausspruch Fichtes: Die meisten Menschen würden sich lieber für ein Stück Lava im Monde halten als für ein Ich. Seit Fichte haben wir den groben Materialismus hineinfluten sehen in die Kultur des neunzehnten Jahrhunderts. Die Menschen sind heute sehr zufrieden, wenn sie etwas Physisches teilweise kennen und materialistisch nachweisen können. Sie halten sich dem Stück Lava im Monde ähnlicher als dem Ich. Es wäre unsinnig, von den höheren Gliedern der Menschennatur zu reden, wenn im Sinne der geistigen Forschung von dem vierten Teil so zu sprechen wäre, dass er irgendwie eine Erscheinung des physischen Körpers wäre. Selbstverständlich muss die geistige Forschung auf diesem Gebiete etwas haben, was einem Menschen, der heute vielfach glaubt, dass alle sich auf den Boden der naturwissenschaftlichen Tatsachen zu stellen haben, sehr dumm erscheinen muss: Dasjenige, was vorgeht im Ätherleib, Astralleib und Ich, ist nicht die Wirkung des physischen Leibes, sondern umgekehrt. Das, was im physischen und Ätherleib vorgeht, das sind Werke des astralischen Leibes. Nur wenn man sich nach und nach zu dieser Anschauung aufschwingt, ist man imstande, diese Frage zu beantworten.
Cite:
GA 68a/1908-02-20/p015 · edition original