39. Der Ursprung des Bösen
Beobachten Sie zum Beispiel zwei Vorgänge, die alle Tage an uns herantreten. Irgendetwas setzt uns in den Zustand des Schamgefühls; es ist irgendetwas an mir, von dem es mir am liebsten wäre, wenn meine Umgebung nichts davon sähe; ich erröte. Ein anderer Vorgang ist das Angstgefühl, welches sich durch Erblassen bemerkbar macht. Beim Schamgefühl wallt ein Blutstrom in die Haut, bei der Angst tritt das Blut aus der Haut zurück in das Körperinnere. Was ist da geschehen? Ein seelischer Vorgang lässt das Blut zurückweichen, ein seelischer Vorgang wirkt auf den Körper. Jeder dieser Vorgänge erscheint Ihnen als Folge eines seelischen Vorganges. Das sind Hinweise, in denen sich die seelische Einwirkung im Materiellen abspielt. Diese Erkenntnisse im Materiellen sind heute sozusagen nicht mehr so leicht zu erkennen; sie sind mehr oder weniger zurückgetreten gegen die mächtigen Gestaltungen, die der physische Leib, im Gegensatz zu früheren Daseinsformen, angenommen hat. Aber je weiter wir zurückgehen in der Menschheitsentwicklung, desto mehr gewinnen die geistigen Momente das Übergewicht.
Cite:
GA 68a/1908-02-20/p016 · edition original