39. Der Ursprung des Bösen
Nur Wesen, welche die göttliche Kraft zum Immerweitergewinnen der Freiheit haben, nur solche Wesen haben die Kraft zur Liebe. Das Ich ist der Gegenpol der Liebe. In demselben Maße, wie sich die Liebe ausprägte, prägte sich das Ich aus. Nach und nach im Werden konnte das nur geschehen. Anfänglich spricht das Blut, das Blut, welches verwandt ist einem geliebten Wesen. Es erscheint uns die Liebe in der primitivsten Stufe. Immer mehr entwickelt sich die Liebe zu einer seelisch-geistigen Kraft, und immer mehr macht sich das Ich dabei frei. Nur müssen wir, um die wahre Entwicklung des Menschen innerhalb des Kosmos der Liebe zu verstehen, auf eines Rücksicht nehmen. Wir müssen darauf sehen, dass es im Kosmos zugeht wie in einer Schule: Es bleiben da immer einige sitzen; so geht es auch im Kosmos zu. Diejenigen Wesen, von welchen wir gesprochen haben, welche erhaben über dem Menschen dastehen, diese schufen in produktiver Weisheit und konnten übergehen zu der Liebe. Es blieben aber einige zurück, die nicht das Endziel des Kosmos der Weisheit erlangten, welche noch nicht fertig waren mit ihrer Aufgabe; sie hatten noch zu schaffen an der Weisheit, sie konnten noch keine Liebe ausströmen; ihnen war sie noch nicht gegeben.
Cite:
GA 68a/1908-02-20/p031 · edition original