Die Zehn Gebote
Nach und nach erwachte das «Ich-Bewusstsein» im Menschen, wo das Ich-Bewusstsein mit elementarer Gewalt einschlug in die Seele des Menschen. Wir können diesen Augenblick belauschen, den Augenblick, wo das Ewig-Göttliche ihm zugerufen wird, jenen Augenblick, in dem er deutlich vernahm den Ruf: «Das Edelste, Göttliche in dir ist nur in deinem Ich zu begreifen, schaue hinein in dein Ich und du findest den Funken, durch den du Teil hast am göttlichen Wesen.» Da trat einmal in der Menschheitsentwicklung der Moment ein, wo der Gott im Menschen sprach: Ich, der Gott, spreche zu dir, indem ich mir den Namen beilege, den du ertönen lässt, wenn Du deines Wesens Mittelpunkt bezeichnen willst. — Das war jener große Moment im Menschenwerden, wo Moses, jener große Weise und Eingeweihte, dieses aufgehen fühlte im Laufe des Geschehens der Zeiten, wo er sich in einem Zustande der Inspiration befand, in welchem er in einer ganz neuen Gestalt das Göttliche durch die Welt wehen fühlte und wie dieses Göttliche durchbrechen wollte im Menschheitsbewusstsein. Und er fragte den Gott: Wie kann ich Dich nennen, wenn ich dem Volke von Dir erzählen will? Und es sprach dieses Göttliche: Nenne mich Jahve, das heißt «Ich bin der Ich bin». (2 Mos 3,13-14)
Cite:
GA 68a/1909-02-26/p023 · edition original