Die okkulte Bedeutung des Johannesevangeliums
Erste: Die Pflanze wurzelt im toten Mineral, im Steinreich; wie die Pflanze heute ist, könnte sie nicht sein, wenn nicht das Mineralreich den Stoff zum Aufbau derselben geliefert hätte. Sie wird sich also in Dankbarkeit zum Mineral herabneigen, ohne das sie nicht existieren könnte. In gleicher Weise wird sich das Tier zur Pflanze herabneigen, aus welcher es Nahrung zu seinem Aufbau bekommt. So ist es auch beim Menschen. Er muss auf die unter ihm stehenden Naturreiche demutsvoll sich herabneigen, deren Produkt er ist. Derjenige, der eine höhere Entwicklungsstufe einnimmt, muss stets bedenken, dass er auf allen unteren Stufen auch einmal war. So wird er von universeller Demut durchdrungen sein, und so wird dann einmal vor ihm das Bild erstehen, das Johannes im 13. Kapitel als Fußwaschung der Jünger durch Christus dargestellt hat: «Der Knecht ist nicht größer als der Herr» (Joh 13,16).
Cite:
GA 68a/1909-02-28/p020 · edition original