Theosophie und Bibel

GA 68a/1910-11-29/p017 ·1910-11-29 · original (original)
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Es gibt ja heute Leute, die behaupten, dass man nicht beweisen könne, dass Jesus gelebt hat. Mit großem Leichtsinn wird da verfahren. Da behauptet zum Beispiel ein angesehener Theologe, dass ein Petersburger Gelehrter — der übrigens gar nicht einmal auf dem Boden des Christentums steht — unwiderlegliche Beweise angeführt habe dafür, dass Jesus nicht existierte. Dieser selbst, trotzdem er jetzt 90 Jahre alt und dazu blind ist, fühlte sich gedrungen, in einer kleinen Schrift darzulegen, dass er das genaue Gegenteil von dem behauptet hat, was der erwähnte Theologe ihm unterschiebt. Doch wer hat wohl die kleine Schrift gelesen? Die Zeitungen haben nichts erwähnt von diesem Widerspruch, aber die falschen Behauptungen des Theologen sind durch alle Zeitungen gegangen. So gewissenhaft geht man heute vor in solchen Dingen; es ist nicht mehr viel von Gewissen zu finden in unserm öffentlichen Schrifttum. Die Drews’sche Manier hätte man schon seit Jahrhunderten haben können; es handelt sich da gar nicht um Beweise, sondern um Empfindungen und Gefühle.

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