42. Blut ist ein ganz besondrer Saft

GA 68b/1906-11-30/p003 ·1906-11-30 · original (original)
Record: listeners' notes. Written from listeners' notes, summaries, or memory rather than a shorthand transcript. The wording is the note-taker's as much as Steiner's: weigh a single striking phrase here far more cautiously than the same phrase in a stenographic volume, and do not rest an argument on one word. Evidence: «Da keine professionellen Stenogramme vorliegen, handelt es sich oftmals um notizenhaft festgehaltene Zusammenfassungen oder Berichte.» (Since no professional shorthand transcripts exist, these are often summaries or reports kept in the form of notes.). The publisher's description of the volume, as mirrored on AnthroWiki (GA 68b). The translation is the maintainer's, not a published one.

Sie wissen: Der Spruch, der dem Vortrag als Leitmotiv dient, findet sich in Goethes «Faust». Dieses, sein größtes Werk, hat so viele Erklärungen hervorgerufen, dass man davon allein eine Bibliothek anlegen könnte. Über diesen von Mephistopheles ausgesprochenen Satz findet man mitunter recht eigentümliche Erklärungen. Es ist nicht möglich, sie hier alle zu besprechen, nur auf Professor Minor möchte ich hinweisen, der einen dreibändigen Faust-Kommentar geschrieben hat. Er gibt folgende Erklärung: Mephistopheles sagt spöttisch: «Blut ist ein ganz besonderer Saft», denn er mag das Blut nicht leiden und verlangt darum eine Unterschrift, die mit Blut geschrieben sein soll.

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