42. Blut ist ein ganz besondrer Saft
Nicht vom Anfange an hat der Mensch diese sieben Glieder gehabt, erst nach und nach sind sie mit dem physischen Leib herangebildet worden; im Urzustande finden sich nun erst die Anlagen zu diesem physischen Leibe. Der Mensch ist ein Abbild des ganzen Kosmos. Cuvier, der bedeutende Naturforscher, sagt: Für den, der tierische Anatomie studiert, ist das kleinste Glied ein Bild des ganzen Körpers. Aus der eigentümlichen Form eines Knochens kann er auf die Gestalt des ganzen Körpers schließen. In jedem Einzelnen ist ein Bild des ganzen Universums. Wenn ein Wesen, das dieses zu durchschauen vermag, von einer anderen Welt auf die unsrige käme und sähe nur einen Bergkristall, so könnte es daraus schließen, wie die ganze Welt sein müsste. Ein jedes, welches das Äußere verinnerlichen kann, wird zum Spiegel des ganzen Universums. Der physische Körper des Menschen ist an sich noch nicht als Spiegel des Universums anzusehen, er wird erst durch den Ätherleib verinnerlicht, die Verinnerlichung schreitet weiter durch den Ätherleib. Beim Tier spiegelt sich das äußere Leben wider im inneren Bewusstsein. Bei der Pflanze haben wir noch kein Bewusstsein. Bewusstsein beruht nicht auf äußerem Reiz, sondern ist da, wo sich der äußere Reiz innerlich spiegelt: beim Tier.
Cite:
GA 68b/1906-11-30/p017 · edition original