{"corpus":"steiner","locus":"GA 68b/1906-11-30/p024","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Aus der Nah-Ehe entwickelte sich später die Fern-Ehe. Tacitus zum Beispiel lässt in der «Germania» hindurchschimmern, wie aus der Nah-Ehe die Fern-Ehe herausgebildet wurde. In dem Moment, wo dies geschieht, zeigt sich eine ganz besondere Erscheinung: das somnambule Hellsehen. 1000 und 900 vor Christus ist zum Beispiel bei den alten Griechen das alte Hellsehen vorhanden; alle Sagen haben aus diesem Zustande ihren Ursprung genommen. Das Hellsehen hört auf, wenn die Fern-Ehe eintritt. Wo Form sich mit fremder Form mischt, drückt sich etwas im Blute ab, was nicht dem gemeinsamen Stamm angehört. Dieser Vorgang war bei allen Völkern eine Wandlung zur Verstandesanschauung. Vormals war bei einem alten Hellseher der Vorgang ein ähnlicher wie heute beim Medium. Diesen Zustand in unserer Zeit zurückzurufen, wäre ein Anachronismus, wie es früher der natürliche Zustand war; jedes Kind nahm nicht von außen in sich auf, sondern fühlte in sich das Verwandte mit seinem Stamme. Als das fremde Blut hinzukam, wuchs der Mensch heraus aus seinem Stamme. Während früher das, was in den Generationen war, im Blute sich abdrückte, drückte später sich das ab, was die äußeren Sinne vermittelten. Als letzter Rest, wenn auch nicht ganz wie beim alten Hellseher, ist es bei Anzengruber der Fall, er fühlt in sich nicht nur, was er selbst als Mensch, als einzelne Person empfindet, sondern er fühlt auch nach, was der Vater erlebt hat. Daher die Verehrung der Urahnen, weil und wo man den unmittelbaren Einfluss derselben noch fühlte.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"42. Blut ist ein ganz besondrer Saft","site_heading":null,"date":"1906-11-30","location":null,"word_count":240,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/68b/1906-11-30/p024","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/68b/1906-11-30/p024"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/68b/1906-11-30/p024","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"listeners_notes","scope":"volume","note":"Written from listeners' notes, summaries, or memory rather than a shorthand transcript. The wording is the note-taker's as much as Steiner's: weigh a single striking phrase here far more cautiously than the same phrase in a stenographic volume, and do not rest an argument on one word.","evidence":"Da keine professionellen Stenogramme vorliegen, handelt es sich oftmals um notizenhaft festgehaltene Zusammenfassungen oder Berichte.","evidence_translation":"Since no professional shorthand transcripts exist, these are often summaries or reports kept in the form of notes.","evidence_source":"The publisher's description of the volume, as mirrored on AnthroWiki (GA 68b). The translation is the maintainer's, not a published one."}}