43. Blut ist ein Ganz Besondrer Saft
Wir müssen dazu die viergliedrige Wesenheit des Menschen ins Auge fassen. Wer geistig schaut, dem ist der physische Körper bloß ein Teil des Menschen. Er besteht aus denselben Stoffen wie draußen die Natur. Nur seine Säfte bewegen, wachsen, verdauen, sich fortpflanzen kann der Stoff nicht für sich; dazu braucht er den Ätherleib, den er gemeinsam mit der Pflanze hat. Das dritte Glied, den astralischen Leib, den Träger von Schmerz, Freude, Lust, Unlust, Leidenschaften und niederen Vorstellungen, den haben die Pflanzen nicht, den hat der Mensch mit den Tieren gemeinschaftlich. — Das vierte Glied, wodurch der Mensch die Krone der Schöpfung wird, ist seine Fähigkeit, «Ich» zu sich zu sagen. Das ist, was allen Religionen zugrunde liegt. Im Ich spricht Gott zu der menschlichen Seele, und ein Schauer ging durch die Reihe der Juden im Tempel, wenn der Priester den Namen des unaussprechlichen Gottes «Jahve» aussprach.
Cite:
GA 68b/1907-01-11/p010 · edition original