{"corpus":"steiner","locus":"GA 68b/1907-01-21/p013","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"«Sünde» bedeutet nämlich in diesem Zusammenhang etwas ganz anderes als dasjenige, was man heute moralische Verfehlung nennt. Und wer Sünde so auffasst wie die heutige Kirchenlehre, der versteht dieses Wort nicht. Wir gelangen zu einem Verständnis, wenn wir uns vorstellen dasjenige, was Paulus eine Entwicklungslehre genannt hat. Nicht in gelehrter Weise, sondern nur andeutungsweise möchte ich es Ihnen erzählen. Es ist ein Aberglaube der modernen Wissenschaft, dass das Wort «Entwicklung» erst in den letzten Jahrhunderten entdeckt worden sei. Über Entwicklung, Hervorgehen des Vollkommenen aus dem Unvollkommenen, hat man immer gesprochen und gedacht. Nur hat der Geheimwissenschafter der Zeit, aus der Paulus herausgewachsen ist, gesagt: Die Lebewesen stellen eine Stufenfolge dar, vom unvollkommensten Wesen bis hinauf zum vollkommensten Wesen. Des Menschen Organisation hat man so förmlich als ein Ziel gedacht, zu dem alle anderen Lebewesen hinstreben. Sie vervollkommnen sich immer mehr, um so zu werden, wie der menschliche Organismus aufgebaut ist.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"7. Wie begreift man Krankheit und Tod?","site_heading":null,"date":"1907-01-21","location":null,"word_count":150,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/68b/1907-01-21/p013","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/68b/1907-01-21/p013"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/68b/1907-01-21/p013","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"listeners_notes","scope":"volume","note":"Written from listeners' notes, summaries, or memory rather than a shorthand transcript. The wording is the note-taker's as much as Steiner's: weigh a single striking phrase here far more cautiously than the same phrase in a stenographic volume, and do not rest an argument on one word.","evidence":"Da keine professionellen Stenogramme vorliegen, handelt es sich oftmals um notizenhaft festgehaltene Zusammenfassungen oder Berichte.","evidence_translation":"Since no professional shorthand transcripts exist, these are often summaries or reports kept in the form of notes.","evidence_source":"The publisher's description of the volume, as mirrored on AnthroWiki (GA 68b). The translation is the maintainer's, not a published one."}}