7. Wie begreift man Krankheit und Tod?
Solange der physische Leib noch die Kräfte des Ätherleibes genießen kann, so lange verarbeitet er zu seiner Verfestigung, was von außen an ihn herankommt. Wenn der Ätherleib das nicht mehr kann, werden auch noch Stoffe von außen aufgenommen, aber nicht mehr organisch eingegliedert. Jetzt findet das Gegenteil von früher statt. Da sind die Stoffe, die aufgenommen worden sind, hineinorganisiert worden, jetzt werden sie bloß wie physische Ballast-Stoffe abgelagert in die Sehnen, in die Weichteile des Menschen, sodass diese sich verhärten; die Knochen werden immer härter und härter. Der physische Leib wird tatsächlich aufgezehrt im absteigenden Leben. So wie der Astralleib durch den Ätherleib geboren werden kann wie die Flamme aus dem Holz, so verzehrt der Astralleib zuerst sich selbst, wie die Flamme das Holz, dann den Ätherleib, und dann den physischen Leib. Was das Leben hervorgerufen hat, was das Leben herausgestellt hat, das ist zu gleicher Zeit [das], was dieses Leben verzehrt. Wie die Flamme nicht wäre ohne das Holz, so wäre das Leben des Astralleibes nicht, so wäre nicht das Bewusstsein, nicht Lust und Leid, ohne Ätherund physischen Leib. Aber ebenso, wie die Flamme das Holz verzehrt, so verzehrt das selbstständige Leben seine Grundlage, den physischen Leib. Deshalb ist der Tod kein Vorgang, der außerhalb des Lebens steht, sondern er wird vom Leben selbst erzeugt. Das ist das Wesentliche, was wir einsehen müssen, dass wir das Leben gar nicht haben könnten, wenn dieses Leben nicht den Tod aus sich gebären würde.
Cite:
GA 68b/1907-01-21/p046 · edition original