32. Die Abstammung des Menschen

GA 68b/1907-10-31/p009 ·1907-10-31 · original (original)
Record: listeners' notes. Written from listeners' notes, summaries, or memory rather than a shorthand transcript. The wording is the note-taker's as much as Steiner's: weigh a single striking phrase here far more cautiously than the same phrase in a stenographic volume, and do not rest an argument on one word. Evidence: «Da keine professionellen Stenogramme vorliegen, handelt es sich oftmals um notizenhaft festgehaltene Zusammenfassungen oder Berichte.» (Since no professional shorthand transcripts exist, these are often summaries or reports kept in the form of notes.). The publisher's description of the volume, as mirrored on AnthroWiki (GA 68b). The translation is the maintainer's, not a published one.

Fassen wir einmal in seiner einfachsten logisch nüchternen Form diesen Schluss ins Auge: Das Vollkommene ist aus dem Unvollkommenen entstanden. Durch einen Vergleich [können wir uns] diesen Schluss klar machen und uns dann fragen, ob er möglich ist. Nehmen wir an, wir sehen zwei Menschen nebeneinander, einen mit genialen Anlagen, der großen Fleiß entwickelt hat im Leben, der es zu etwas Ordentlichem gebracht hat. Nehmen wir einen anderen neben ihm, sehen wir einen anderen Menschen, der geringe Fähigkeit hat, der auch faul und träge war und es zu nichts Ordentlichem gebracht hat. Nun hören wir, dass diese beiden miteinander verwandt sind. Wie sie verwandt sind, darüber sollen wir erst nachdenken, denn so steht ja die Frage in Bezug auf das sogenannte Entwicklungsproblem. Wenn wir [die Wesen um uns herum ansehen], den Menschen betrachten mit seinen [verschiedenen] Organen, [und ihn vergleichen mit] niederen [Formen der Lebewesen, sogenannten unvollkommenen, dann] sehen [wir], dass diese Organe [in mannigfaltiger Weise] ähnlich sind. [Wir sehen, dass der] Mensch etwas anders gebaut, aber im Grunde [genommen] nur umgeformt, dieselben Knochen hat wie niedere Lebewesen. [Wir könnten] zahlreiche andere Gründe [anführen], die uns sagen [könnten]: Ja, eine Verwandtschaft müssen wir annehmen. Aber wie diese Verwandtschaft ist, das ist nicht etwa erforscht durch Tatsachen, sondern erschlossen. Es darf sich niemand dem Glauben, [der Illusion] hingeben, dass die Abstammung des Höheren über das Niedere erforscht ist, es ist erschlossen.

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