8. Das Geheimnis des Todes und das Rätsel des Lebens
Wenn der Mensch lernt, das Göttlich-Geistige in der Welt zu suchen, so entbehrt er nichts nach dem Tode. Es ist eine Methode, sich die Kamaloka-Zeit abzukürzen, wenn man sich von den niederen Genüssen frei macht und lernt, sein Inneres durch geistige Interessen befriedigen zu lassen. Das Höchste, wodurch der Mensch sich befreien kann vom Sinnlichen im Sinnlichen, das ist die Kunst, die wahre Kunst. Je idealistischer, je vergeistigter die Kunst ist, die auf den Menschen wirkt, desto abgekürzter ist die Kamaloka-Zeit. Für das Ganze des menschlichen Wesens ist eine auf das Äußere, Sinnliche gerichtete Kunst nicht geeignet. Es ist eine verhältnismäßig für den einen Menschen längere, für den anderen Menschen kürzere Zeit, in der er sich abgewöhnen muss, was ihn verbindet mit der physischen Welt.
Cite:
GA 68b/1908-02-01/p018 · edition original