8. Das Geheimnis des Todes und das Rätsel des Lebens
Das Ich bereitet sich vor, einen neuen Menschen aufzubauen. So, wie wir sind, haben wir uns selbst aufgebaut. Nur die äußere Anlage und noch etwas von dem, was im Ätherleib ist, hat uns die Vererbung gebracht. Was wir schon beim kindlichen Leibe sich herausgestalten sehen, das brauchte diese lange Zeit nach dem Tode, um zu verwerten die Früchte des letzten Lebens. Jedes Mal beim Tode nimmt der Mensch einen solchen Extrakt des letzten Lebens mit. Jedes Mal baut der Mensch sich durch das, was er erfahren hat, ein neues Leben auf. Zu dem, was wir uns mitgebracht haben aus früheren Leben, kommt nach dem Tode der Extrakt des letzten Lebens dazu. Dieses Hineinbringen der Frucht des letzten Menschenlebens und deren Verwendung, das empfindet das Ich als Beseligung. So arbeitet das Ich daran, diese Frucht des letzten Lebens zu verwenden zum Aufbau eines neuen Menschen. Die physische Vererbung gibt die Bausteine. Wie sie zusammengefügt werden, das rührt vom letzten Leben her. In dem Extrakt des letzten Lebens liegt die Ausgestaltung des neuen Lebens.
Cite:
GA 68b/1908-02-01/p024 · edition original