{"corpus":"steiner","locus":"GA 68b/1908-02-01/p029","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Wenn man, sich auf dies Gesetz berufend, einwenden wollte, wie es manchmal geschieht, man könne dann dem, der in der Not ist, nicht helfen, so ist das ganz und gar unsinnig. Wie auf dem Konto eines Kaufmannes die Bilanz eine bestimmte ist, aber jeden Tag auf der Sollund Haben-Seite ein neuer Posten eingetragen werden kann, so kann man in jedem Moment des Lebens die Bilanz ziehen aus allen guten und bösen Taten, aber es kann auch in jedem Moment auf beiden Seiten ein neuer Posten hinzugefügt werden. Es ist in keinem Moment ausgeschlossen, dass wir vollständig neue Posten dazufügen. Durch das Karmagesetz gerade können wir in der Lage sein, den Menschen zu helfen. Es ist ein Gesetz der Beflügelung des Lebens, der Anstrengung aller Energie. Missverstanden wird vielfach das Karmagesetz von zwei Seiten, von Seiten der Theologen und von Seiten mancher Theosophen. Die Theologen wenden dagegen ein, dass die Erlösung durch den Christus Jesus der ganzen Menschheit gebracht sei, darum könne der Mensch selbst zu seiner Erlösung nichts tun. Mancher Theosoph glaubt dagegen, er müsse der Lehre von der Erlösung durch den Christus Jesus entgegentreten, weil er an das Karmagesetz glaubt. Wenn er aber das Karmagesetz richtig versteht, dann weiß er, dass man immer einen neuen Posten zu dem Lebenskonto eintragen kann und dass man deshalb jederzeit einem anderen Menschen helfen kann. So kann ein Mensch, je mächtiger er ist, umso mehr anderen Menschen helfen. Eine mächtige Wesenheit, so wie Christus, vermag auf eine unendliche Anzahl von Menschen zu wirken. Die Tat der Erlösung wird eingeschrieben in das Karma der ganzen Menschheit. In schönster Harmonie steht das Karmagesetz mit der Erlösung durch den Christus Jesus.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"8. Das Geheimnis des Todes und das Rätsel des Lebens","site_heading":null,"date":"1908-02-01","location":null,"word_count":275,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/68b/1908-02-01/p029","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/68b/1908-02-01/p029"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/68b/1908-02-01/p029","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"listeners_notes","scope":"volume","note":"Written from listeners' notes, summaries, or memory rather than a shorthand transcript. The wording is the note-taker's as much as Steiner's: weigh a single striking phrase here far more cautiously than the same phrase in a stenographic volume, and do not rest an argument on one word.","evidence":"Da keine professionellen Stenogramme vorliegen, handelt es sich oftmals um notizenhaft festgehaltene Zusammenfassungen oder Berichte.","evidence_translation":"Since no professional shorthand transcripts exist, these are often summaries or reports kept in the form of notes.","evidence_source":"The publisher's description of the volume, as mirrored on AnthroWiki (GA 68b). The translation is the maintainer's, not a published one."}}