{"corpus":"steiner","locus":"GA 68b/1908-02-17/p019","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Wie hat sich die Naturwissenschaft zu dieser atomistischen Weltanschauung gestellt? Du Bois-Reymond sprach sich in einem Vortrage dahin aus, was ich hier kurz andeute, dass der echte, wahre Naturforscher alles auf bewegte Materie zurückführt, was er in der Welt wahrnimmt. Er sagte damals etwas, was heute für die Geisteswissenschaft wichtig ist. Er wiederholte Leibniz, welcher sagt: Man denke sich, dass das menschliche Gehirn so groß sei, dass man sich hineinversetzen könnte. Wenn nun die Seele die Wahrnehmung hat, ich sehe Rot, ich rieche Rosenduft, ich höre Orgelton, da würde man untersuchen können, wie sich gewisse Teile von Kohlenstoff, Stickstoff und Sauerstoff bewegen. Die Bewegung im Gehirn wäre auch zu sehen, aber die Empfindung «ich sehe Rot» ist nicht zu verstehen. Du Bois-Reymond sagt: Niemals wird eine Brücke geschlagen werden, es ist nie einzusehen, wie die Atome sich bewegen. Er schloss die Betrachtung daran: Betrachten wir einmal einen schlafenden Menschen. Für ihn ist in ein unbewusstes Dunkel hinuntergesunken: ich sehe Rot. Was da im Bett liegt, kann der Naturforscher erklären, wenn aber morgens auftaucht: «ich sehe Rot», so können wir keine Brücke schlagen zu dieser Empfindung. «Ignorabimus» — wir werden niemals erkennen. Der Naturforscher kann niemals eine Brücke schlagen zum Geistigen.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"35. Die Naturwissenschaft am Scheidewege","site_heading":null,"date":"1908-02-17","location":null,"word_count":200,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/68b/1908-02-17/p019","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/68b/1908-02-17/p019"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/68b/1908-02-17/p019","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"listeners_notes","scope":"volume","note":"Written from listeners' notes, summaries, or memory rather than a shorthand transcript. The wording is the note-taker's as much as Steiner's: weigh a single striking phrase here far more cautiously than the same phrase in a stenographic volume, and do not rest an argument on one word.","evidence":"Da keine professionellen Stenogramme vorliegen, handelt es sich oftmals um notizenhaft festgehaltene Zusammenfassungen oder Berichte.","evidence_translation":"Since no professional shorthand transcripts exist, these are often summaries or reports kept in the form of notes.","evidence_source":"The publisher's description of the volume, as mirrored on AnthroWiki (GA 68b). The translation is the maintainer's, not a published one."}}