48. Wo und Wie Findet Man Den Geist?
Das, was die Auflösung der Form des physischen Menschenleibes genannt werden kann, das tritt mit dem Tode ein. Indem der Mensch stirbt, bleibt dasjenige, was dann noch vor unseren Augen, vor den äußeren Sinnen ist, bleibt ein physischer Leib zurück; der zerfällt jetzt in die physischen und chemischen Stoffe, die in ihm sind. Er ist aber jetzt nicht mehr Menschenleib, er ist Leichnam; und während ein Stein durch die in ihm wirkenden Kräfte und Stoffe seine Form behält, seine Gestalt bleibt, wird der menschliche Leib in dem Augenblick, wo er seinen eigenen physischen und chemischen Stoffen überlassen ist, zerfallen und sich auflösen. Da zeigt Ihnen die Geisteswissenschaft, dass von der Entstehung bis zum Tode dieses Menschenleibes ein fortdauernder Kämpfer in unserem Körper lebt wie in jedem Lebewesen überhaupt, ein Kämpfer, der während des Lebens fortwährend zunächst aufhält den Zerfall des physischen Leibes. Ebenso wie wir des Abends, wenn der Mensch einschläft, den astralischen Leib herausschweben sehen, wenn wir beobachten können, aus dem, was im Bette liegen bleibt, ebenso sehen wir im Tode dasjenige, was sonst auch im Schlafe mit dem physischen Menschenleibe vereinigt bleibt, das sehen wir im Tode herausschweben. So unterscheidet sich der Tod von dem gewöhnlichen Schlafe. Dasjenige, was wir finden als einen Kämpfer gegen den Zerfall unseres Leibes im Leben, nennen wir als das Nächst-Übersinnliche gegenüber dem Physischen den Äther- oder Lebensleib, und es ergibt sich jetzt für uns der Unterschied des Schlafes vom Tode.
Cite:
GA 68b/1908-12-01/p049 · edition original