49. Die praktische Ausbildung des Denkens
Der erste Grund ist der, dass Theosophie oder Geisteswissenschaft gar nicht unpraktische, lebensfremde und lebensfeindliche Menschen heranbilden soll, dass sie im Gegenteil in alledem, was sie sein will, hineingreifen kann in das alleralltäglichste Leben, man möchte sagen, in die Handgriffe des stündlichen Lebens, mit dem wir es zu tun haben in der Lebenspraxis. Erst dann ist die Aufgabe von Geisteswissenschaft oder Theosophie richtig erfasst, wenn sie uns durchdringt bis in alle unsere einzelnen Verrichtungen, wenn sie uns sozusagen nicht nur weise macht, nicht nur belehrt über die höchsten Aufgaben und Rätsel des Daseins, sondern wenn sie uns geschickt, praktisch macht für das alleralltäglichste Leben. Das ist der eine Grund. Der andere ist ein solcher, der in engerem Sinne mit der Aufgabe und der Mission der Geisteswissenschaft oder Theosophie zusammenhängt.
Cite:
GA 68b/1909-02-13/p005 · edition original