49. Die praktische Ausbildung des Denkens
Was aber ist Lebenspraxis für diese Praktiker, für diejenigen, die so hochmütig sind auf ihre Lebenspraxis, die sich so viel einbilden auf ihre Lebenspraxis, die alles abweisen, was nicht ganz schablonenmäßig in ihre Lebenspraxis hineinpasst? Das ist für den, der das Leben zu beobachten vermag, so, dass diese Menschen womöglich früh gewöhnt werden, früh und tüchtig gewöhnt werden, ausgetretene Geleise zu gehen — das zu beobachten, was man sieht, wie es gemacht wird, und es so zu beobachten, wie man es sehen kann, dass es gemacht wird, sei es im Handelsbüro, sei es in der Werkstatt, da und dort —, und ja, ja nicht herauszutreten aus den gewohnten Handgriffen; widrigenfalls, wenn man heraustreten wollte, man sich der Gefahr aussetzt, ausgestoßen zu werden aus den Sphären, in die man aufgenommen werden will; das ist die gewöhnliche Lebenspraxis, dass man nur fortwurstelt in der Weise, wie es überall geworden ist.
Cite:
GA 68b/1909-02-13/p011 · edition original