{"corpus":"steiner","locus":"GA 68b/1909-02-13/p021","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Wir werden diese drei Stufen der praktischen Gedankenausbildung sogleich uns vor die Seele führen. Wir müssen aber vorher die Grundbedingung, die man als Gesinnung braucht, wenn man daran denken will, die richtige Stellung zum Denken zu gewinnen, uns vor Augen führen. Ich habe das Bild schon gebraucht. Niemand sollte glauben, Wasser schöpfen zu können aus einem Glase, in dem keines ist. Diejenigen, die heute über das Denken denken, denken nach diesem Muster. Sie denken nämlich, dass sie Gedanken aus einer Welt gewinnen können, in der keine darinnen sind. Das allein gibt die Möglichkeit, dass unsere, in unserer Seele aufleuchtenden Gedanken und Begriffe und Vorstellungen etwas bedeuten, dass sie nicht etrwas Wesenloses sind, sondern dass die Welt nach den Gedanken, die wir in ihr finden, wirklich erst aufgebaut ist. Nur eine Welt, die aus den Gedanken entsprungen ist, die wir finden, ist berechtigt durch Gedanken gedacht zu werden. Derjenige, der eine Uhr ansieht, wird leicht einsehen, dass die Gedanken, die darinnen liegen, der Uhrmacher gehabt hat. Nur wer über die Welt nachdenkt, möchte glauben, dass die Welt nach Gedanken geordnet ist, die erst hinterher vom Menschen ersonnen werden. Er möchte bloß Gedanken gelten lassen, die sich die Seele bildet, und möchte nicht glauben, dass da die Dinge erst gebildet sind nach den Gedanken, die sich der Mensch zuletzt bildet.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"49. Die praktische Ausbildung des Denkens","site_heading":null,"date":"1909-02-13","location":null,"word_count":218,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/68b/1909-02-13/p021","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/68b/1909-02-13/p021"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/68b/1909-02-13/p021","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"listeners_notes","scope":"volume","note":"Written from listeners' notes, summaries, or memory rather than a shorthand transcript. The wording is the note-taker's as much as Steiner's: weigh a single striking phrase here far more cautiously than the same phrase in a stenographic volume, and do not rest an argument on one word.","evidence":"Da keine professionellen Stenogramme vorliegen, handelt es sich oftmals um notizenhaft festgehaltene Zusammenfassungen oder Berichte.","evidence_translation":"Since no professional shorthand transcripts exist, these are often summaries or reports kept in the form of notes.","evidence_source":"The publisher's description of the volume, as mirrored on AnthroWiki (GA 68b). The translation is the maintainer's, not a published one."}}