49. Die praktische Ausbildung des Denkens

GA 68b/1909-02-13/p023 ·1909-02-13 · original (original)
Record: listeners' notes. Written from listeners' notes, summaries, or memory rather than a shorthand transcript. The wording is the note-taker's as much as Steiner's: weigh a single striking phrase here far more cautiously than the same phrase in a stenographic volume, and do not rest an argument on one word. Evidence: «Da keine professionellen Stenogramme vorliegen, handelt es sich oftmals um notizenhaft festgehaltene Zusammenfassungen oder Berichte.» (Since no professional shorthand transcripts exist, these are often summaries or reports kept in the form of notes.). The publisher's description of the volume, as mirrored on AnthroWiki (GA 68b). The translation is the maintainer's, not a published one.

Ein Psychologe der Goethezeit, Heinroth, hat gerade Goethes Denken —- weil Goethe wie durch Veranlagung schon hereingeboren wurde in dieses Leben mit dem Ziele, sich an die Dinge mit dem Denken zu halten, gleichsam in den Dingen zu denken, nicht abstrakt —, Heinroth hat Goethes Denken genannt ein gegenständliches Denken, das sozusagen nur denkt, was in den Gegenständen ist, und das nur solches denkt, was wirklich in die Gegenstände hineinfließen kann. Und Goethe selbst hat das ungeheuer zutreffend gefunden. Wahrhaftig, Goethe hatte diese Anlage — wie wir vielleicht noch genauer sehen werden, gerade in den Dingen zu denken —, sodass das Denken nicht abgesondert war von den Dingen, sondern in das Gefüge der Dinge taucht.

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