{"corpus":"steiner","locus":"GA 68b/1909-02-13/p041","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Das Dritte ist die innere Befriedigung an dem abgezogenen Denken. Das müsste eigentlich jeder haben, auf welchem Gebiete des Lebens er auch steht. Wenn er auch ein Geringes an Zeit darauf verwendet, es kommt ihm reichlich wieder herein, selbst in materieller Beziehung. Auf welchem Gebiete des Lebens man auch steht, man soll in die Lage kommen, nachzudenken nicht gerade über das, womit man sich betätigt, sondern über fremde Gebiete soll man Augenblicke des Nachdenkens über diese oder jene Frage haben. Solche Minuten des Nachdenkens, in denen man denkt in der Art, dass man nicht verlangt, dass das Denken einfließt in die Außenwelt, das soll mit innerer Befriedigung erfüllen. Mit dem Auflösen von Fragen, die eigentlich dem ferne stehen, was man denkt in Bezug auf das unmittelbar Praktische im Leben, kommt man als Mensch nicht weiter. Worin man zunächst nur innere Befriedigung hat, was man da mit seinen Gedanken ausführt, mit dem kommt man als Mensch weiter. Wenn der Tischler nur nachdenkt über die Herstellung von Tischen und Stühlen, so kommt er als Mensch nicht weiter. Als Mensch kommt man weiter, wenn man das, was innerlich befriedigt, denkt. Das bildet die Denkorgane. Da kommt man als Mensch, und mittelbar auch als Praktiker, weiter. Keiner wird leugnen, dass man anders dem Leben gegenübersteht, wenn man das oder jenes Wesen ist. Es ist ein großer Unterschied, ob ein Hund oder ein Mensch vor der Sixtinischen Madonna steht. Der Mensch steht in einem ganz anderen Verhältnis dazu. Dadurch, dass der Mensch immer in einem bestimmten Gebiet bleibt, kommt er nicht über sich hinaus. Dadurch, dass er sich denkerisch betätigt und Befriedigung hat daran, dadurch kommt er weiter. Durch abgezogene Reflexion, in der er Befriedigung hat, wirkt er auf die Praxis anders als ohne sie, und er wird gerade dadurch hinauswachsen über ein enges Gebiet. Er wird über den Standpunkt des inneren Wagenschiebers mit einem innerlich befriedigenden Denken, das nichts weiter ist, als was innerliche Befriedigung gewährt und sucht, hinauswachsen.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"49. Die praktische Ausbildung des Denkens","site_heading":null,"date":"1909-02-13","location":null,"word_count":325,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/68b/1909-02-13/p041","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/68b/1909-02-13/p041"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/68b/1909-02-13/p041","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"listeners_notes","scope":"volume","note":"Written from listeners' notes, summaries, or memory rather than a shorthand transcript. The wording is the note-taker's as much as Steiner's: weigh a single striking phrase here far more cautiously than the same phrase in a stenographic volume, and do not rest an argument on one word.","evidence":"Da keine professionellen Stenogramme vorliegen, handelt es sich oftmals um notizenhaft festgehaltene Zusammenfassungen oder Berichte.","evidence_translation":"Since no professional shorthand transcripts exist, these are often summaries or reports kept in the form of notes.","evidence_source":"The publisher's description of the volume, as mirrored on AnthroWiki (GA 68b). The translation is the maintainer's, not a published one."}}