49. Die praktische Ausbildung des Denkens

GA 68b/1909-02-13/p053 ·1909-02-13 · original (original)
Record: listeners' notes. Written from listeners' notes, summaries, or memory rather than a shorthand transcript. The wording is the note-taker's as much as Steiner's: weigh a single striking phrase here far more cautiously than the same phrase in a stenographic volume, and do not rest an argument on one word. Evidence: «Da keine professionellen Stenogramme vorliegen, handelt es sich oftmals um notizenhaft festgehaltene Zusammenfassungen oder Berichte.» (Since no professional shorthand transcripts exist, these are often summaries or reports kept in the form of notes.). The publisher's description of the volume, as mirrored on AnthroWiki (GA 68b). The translation is the maintainer's, not a published one.

So kann man im Einzelnen die Dinge angeben, durch die das Denken sich allmählich schulen kann. Wiederum etwas von großer Bedeutung ist das, dass man beachtet für die praktische denkerische Ausbildung das Folgende: Solange du Interesse an einer Sache hast, sollst du sie anschauen, beobachten und schweigen. Reden sollst du erst, wenn du kein unmittelbares Interesse mehr daran hast, wenn du dich über die Sache erhoben hast. Solange man noch zu sehr engagiert ist mit dem Interesse an einer Sache, soll man sie berücksichtigen und schweigen. Dann redet man am besten, wenn man nicht mehr das unmittelbare Interesse hat, sondern losgekommen ist mit seiner Freude und seinem Leid. Wer das tun kann, kommt sehr weit. Wer sich vornimmt, sich ein Urteil erst zu bilden, wenn das Interesse geschwunden ist, wer sich für alles interessieren kann und mit dem Urteil zurückhalten kann, wer erst in der Erinnerung sich das Urteil bildet, der kommt sehr weit. Das ist ein ganz bedeutsamer Fingerzeig, wie man das praktische Denken wesentlich schulen kann.

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