52. Die Mission des Zornes. Der gefesselte Prometheus

GA 68b/1909-10-21/p009 ·1909-10-21 · original (original)
Record: listeners' notes. Written from listeners' notes, summaries, or memory rather than a shorthand transcript. The wording is the note-taker's as much as Steiner's: weigh a single striking phrase here far more cautiously than the same phrase in a stenographic volume, and do not rest an argument on one word. Evidence: «Da keine professionellen Stenogramme vorliegen, handelt es sich oftmals um notizenhaft festgehaltene Zusammenfassungen oder Berichte.» (Since no professional shorthand transcripts exist, these are often summaries or reports kept in the form of notes.). The publisher's description of the volume, as mirrored on AnthroWiki (GA 68b). The translation is the maintainer's, not a published one.

Aber es wird immer wieder notwendig sein, die eigenartige Natur des Menschen vor unsere Seele hintreten zu lassen, wenn wir menschliche Äußerungen und Kraftwirkungen verstehen wollen. Vom geisteswissenschaftlichen Standpunkt aus soll ja die Mission des Zornes heute in Betracht gezogen werden. Da müssen wir nicht nur insoweit den Menschen betrachten, als er sich uns darbietet für die äußere Sinnesanschauung, darbietet für denjenigen Verstand, welcher an das Instrument des Gehirns gebunden ist, welcher sich beschränkt auf die Verarbeitung der Eindrücke, die die unmittelbare Sinnesbeobachtung liefert. Für eine solche geisteswissenschaftliche Betrachtung ist dasjenige, was die Sinne sehen, was der menschliche Verstand, der in diesem Sinne bewusst ist, begreifen kann, nur ein Teil der menschlichen Wesenheit. Dasjenige Glied der menschlichen Wesenheit, was wir mit den Sinnen wahrnehmen können — die äußere Wissenschaft hat es nur mit dem physischen Leib zu tun, insofern sie Naturwissenschaft ist, und sie hat in gewisser Beziehung mit dieser Beschränkung recht —, nennt die Geisteswissenschaft den physischen Menschen. Darüber hinaus unterscheidet sie [davon] aber die höhere Natur des Menschen. Das, was wir den physischen Leib nennen, haben wir gemeinschaftlich hinsichtlich der Zusammensetzung von Stoffen und Kräften mit alledem, was wir das Mineralreich, die scheinbar tote Natur um uns herum nennen. Es ist dieselbe Kraftwelt in unserem physischen Leib wie die da draußen in der Welt.

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