52. Die Mission des Zornes. Der gefesselte Prometheus

GA 68b/1909-10-21/p051 ·1909-10-21 · original (original)
Record: listeners' notes. Written from listeners' notes, summaries, or memory rather than a shorthand transcript. The wording is the note-taker's as much as Steiner's: weigh a single striking phrase here far more cautiously than the same phrase in a stenographic volume, and do not rest an argument on one word. Evidence: «Da keine professionellen Stenogramme vorliegen, handelt es sich oftmals um notizenhaft festgehaltene Zusammenfassungen oder Berichte.» (Since no professional shorthand transcripts exist, these are often summaries or reports kept in the form of notes.). The publisher's description of the volume, as mirrored on AnthroWiki (GA 68b). The translation is the maintainer's, not a published one.

Das wird ausgedrückt in der Tatsache, dass Zeus die Herrschaft angetreten hat. Das Bewusstsein macht immer mehr Platz dem, was sich hinentwickeln soll zum Urteil, zum Erwägen. Der sichere Blick, der durch die Bilder vermittelt war, ging verloren. Der Mensch fing erst mit den ersten Tatsachen des Rechnens und Zählens und Erwägens an. Unbehilflich waren die Menschen. Die Menschen wurden stumpf in Bezug auf ihr altes Bewusstsein. Sie konnten nicht mehr ihre Umwelt begreifen. Sie lebten in einer fast unmenschlichen Weise dahin. Aber aus dieser Dumpfheit entwickelte sich dasjenige immer mehr und mehr, was, wie wir angedeutet haben, in den ersten Anfängen vorhanden war und was im Menschen so wirkte, dass es nach und nach ihn dahin brachte, zu urteilen, ihn dahin brachte, aus seinem Ich heraus in die Welt etwas hineinzusetzen, was früher nicht da war. Nennen Sie es Kraft, nennen Sie es Wesenheit. Der griechische Genius drückt es dadurch aus, dass er sagt: Prometheus wirkt in der menschliche Natur jenen Sinn, der es der Menschennatur möglich macht, die einzelnen Dinge des Lebens durch Werkzeuge in Kunstproduktionen zu verarbeiten. Prometheus ist der große Wohltäter der Menschen, der in Liebe der Menschheit das gegeben hat, was sie immer weiter und weiter entwickeln wird. Zeus hätte, das ist die Enttäuschung, die Prometheus erlebt, nur das im Menschen entwickelt, was unabhängig ist von der Urteilskraft, unabhängig vom Rechnen und Erwägen, was nicht zu den Künsten hingeführt hat. Zeus hatte den Menschen ohne Feuer gelassen.

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