52. Die Mission des Zornes. Der gefesselte Prometheus
Wir können aber im einzelnen Menschen, wenn das Ich zu weit gehen würde in Bezug auf seine Entwicklung, eine Kraft bemerken, die dieses Ich abhält, sich ihm in den Weg stellt. Wie der noch unreifen Gelassenheit der Zorn vorangeht, so sah der griechische Genius in dem großen Weltenzusammenhang das Wechselspiel der Tat des Prometheus mit dem Zorn des Zeus. Zeus ist derjenige, der zu wachen hat darüber, dass die menschliche Entwicklung des Ich nicht zu rasch vorwärtsgeht. Daher muss er Ausgleiche schaffen. Prometheus liefert den Menschen das, was beim gewöhnlichen Menschen der Verstand ist, Vernunft, Gemüt, also das, was aus sich heraus zur Urteilsfähigkeit kommt.
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GA 68b/1909-10-21/p057 · edition original