53. Der menschliche Charakter
Dieses zuweilen auftretende Unvermögen, Einklang zu schaffen zwischen den verschiedenen Betätigungen der menschlichen Seele, ist für den Künstler immer gewesen eine Art Materie für die Dichtung oder andere künstlerische Darstellung. Denken Sie an Shakespeares Hamlet; da ist eine Seelentätigkeit, die durch das Ich nicht mit dem Handeln in Einklang gebracht werden kann. Goethe hat diese Zweiteilung des Seelenlebens im Hamlet schon ausgedrückt, indem er sagte: Eine große Aufgabe ist auf eine Seele gelegt, die ihr nicht gewachsen ist.
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GA 68b/1909-10-29/p010 · edition original