53. Der menschliche Charakter

GA 68b/1909-10-29/p043 ·1909-10-29 · original (original)
Record: listeners' notes. Written from listeners' notes, summaries, or memory rather than a shorthand transcript. The wording is the note-taker's as much as Steiner's: weigh a single striking phrase here far more cautiously than the same phrase in a stenographic volume, and do not rest an argument on one word. Evidence: «Da keine professionellen Stenogramme vorliegen, handelt es sich oftmals um notizenhaft festgehaltene Zusammenfassungen oder Berichte.» (Since no professional shorthand transcripts exist, these are often summaries or reports kept in the form of notes.). The publisher's description of the volume, as mirrored on AnthroWiki (GA 68b). The translation is the maintainer's, not a published one.

Aber das Ich muss diese Ideale auch in die Empfindungsseele hinuntertragen. Dort bearbeiten die moralischen Ideale auch unsere Triebe, Instinkte und Leidenschaften und machen sie zu etwas ganz anderem. Nach und nach ergießt sich in dieses Triebleben das moralische Ideal, der Trieb wirkt nun als Kraft, und das moralische Ideal bekommt Gewalt, sich zu verwirklichen. Der Trieb hat seine Triebnatur aufgegeben und was in ihm als Kraft ist, wird zum Träger des moralischen Urteils und Ideals. So werden wir im Leben zu handelnden Menschen, die nicht bloß Triebe und Leidenschaften ausleben, sondern zu solchen, die das Licht der moralischen Ideale hinuntertragen, sodass in ihnen kein Widerspruch besteht zwischen dem, worin sie die Leidenschaften tragen, und dem, was da leuchtet als moralische Urteile und Ideale. So trägt das Ich wieder hinunter in die unteren Regionen des Seelenlebens, was es oben gewonnen hat. So durchwärmt es die Seele mit dem in der Bewusstseinsseele Gewonnenen.

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