53. Der menschliche Charakter
Nehmen Sie an, es wird das, was besonders in der Gemütsseele sich regt und wodurch das Ich von der Gemütsseele angeregt wird, besonders entwickelt und kommt äußerlich in der Geste zum Ausdruck: Der Mensch greift sich dann an das Herz. So steigt er herauf an seinem eigenen Leib, indem er mit seinem Ich heraufsteigt und indem dieses Ich in immer höheren Gliedern spielt. Drückt sich das Ich so aus, dass es nur die Bewusstseinsseele ausdrückt und von [den] andern Teilen nicht berührt ist, nur die Bewusstseinsseele, wo die Gedanken, das Wissen dominieren, wo menschliches Unterscheidungsvermögen zum Ausdruck kommt — wenn der Mensch scharf über etwas nachdenkt und so nachdenkt, dass er etwas analysieren will — dann legt er den Finger an die Nase, um gleichsam sein Gesicht in zwei Teile zu zerlegen. Es prägt sich aus das, was in der Bewusstseinsseele gearbeitet wird. Der Charakter spiegelt sich in der äußeren Geste durch Kratzen hinter dem Ohr, oder durch Greifen an den Kopf, wenn einem etwas nicht einfällt.
Cite:
GA 68b/1909-10-29/p047 · edition original