53. Der menschliche Charakter
Wenn der Dichter herangeht an diese Erscheinungen, so kann sich in aller Tiefe ihm ergeben, dass ihn etwas durchfloss, in seiner ganzen Art und Weise ... So kann sich ergeben dem, der das Leben betrachtet, wie das Leben von innen heraus geformt wird. Die Natur ist es, die in ihrem Festen da steht. Sie ist aber dasjenige, was den Geist in sich enthält und aus sich herausgeboren werden lässt. Der Geist aber lässt wieder Natur aus sich herausgehen, im mimischen Spiel, [in der] Physiognomie, [in der] Formung der Schädeldecke. Er prägt der Materie wiederum ein durch das Ich dasjenige, was das Ich in den verborgenen Tiefen der Seele auf jenem wunderbaren Musikinstrument spielt.
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GA 68b/1909-10-29/p065 · edition original