15. Das Wesen des Schlafes und des Todes

GA 68b/1910-02-26/p003 ·1910-02-26 · original (original)
Record: listeners' notes. Written from listeners' notes, summaries, or memory rather than a shorthand transcript. The wording is the note-taker's as much as Steiner's: weigh a single striking phrase here far more cautiously than the same phrase in a stenographic volume, and do not rest an argument on one word. Evidence: «Da keine professionellen Stenogramme vorliegen, handelt es sich oftmals um notizenhaft festgehaltene Zusammenfassungen oder Berichte.» (Since no professional shorthand transcripts exist, these are often summaries or reports kept in the form of notes.). The publisher's description of the volume, as mirrored on AnthroWiki (GA 68b). The translation is the maintainer's, not a published one.

Das Menschenleben wechselt zwischen Wachen und Schlafen. Der Mensch versinkt nachts in einen Zustand des Unbewusstseins oder Unterbewusstseins. Will er dieses bewusst durchmachen, muss er zunächst fähig werden, die äußeren Sinneseindrücke zu unterdrücken. Dazu muss die Seele künstlich leer gemacht werden von allen äußeren Eindrücken. Dann müssen durch den Willen gewaltige, starke Gedanken in der Seele wachgerufen werden. Sie müssen die Seele durchzucken. Ohne ein drittes Element würde erlebt werden etwas wie ein Erdbeben, eine Erschütterung. Durch den Willen muss nun in der Seele ein Zustand vollständiger Windstille, Meeresstille, hergestellt werden. Dann erlebt der Geistesforscher etwas Ähnliches wie auf niedriger Stufe der Blindgeborene, der operiert und sehend wird. Farbe und Licht strömen ein. Das erlebt der Geistesforscher als Erfahrung. Damit ist die Erweckung oder Initiation für ihn gegeben. Nun kann er urteilen über das, was hinter den Sinneseindrücken liegt. Das sind nicht Träume fieberüberhitzter Seelen. So wird ihm das Geistesauge geöffnet, das Geistesohr. Dies wird leicht verkehrt beurteilt, etwa wie eine Muschelschale, wenn sie zuerst gesehen wird im Muschelkalk. Sie ist nicht aus dem Felsen herausgewachsen, sondern durch ein Wassermuscheltier entstanden.

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