55. Die Mission der Andacht

GA 68b/1910-03-12/p007 ·1910-03-12 · original (original)
Record: listeners' notes. Written from listeners' notes, summaries, or memory rather than a shorthand transcript. The wording is the note-taker's as much as Steiner's: weigh a single striking phrase here far more cautiously than the same phrase in a stenographic volume, and do not rest an argument on one word. Evidence: «Da keine professionellen Stenogramme vorliegen, handelt es sich oftmals um notizenhaft festgehaltene Zusammenfassungen oder Berichte.» (Since no professional shorthand transcripts exist, these are often summaries or reports kept in the form of notes.). The publisher's description of the volume, as mirrored on AnthroWiki (GA 68b). The translation is the maintainer's, not a published one.

Dass eine solche Erhebung stattfindet, dass gleichsam der Mensch sich von außen abkehren kann und die Eindrücke in sich selber bis zu einer gewissen Vollkommenheit verarbeiten kann, das lehrt uns das äußere Leben, wenn wir ein Beispiel ins Auge fassen wie das Folgende. Gewiss gab es viele Menschen, die Zeitgenossen waren der Ereignisse von 1750 bis 1815. Dahinein fielen gewaltige Umwälzungen des Lebens. Nahen wir einmal mit einem prüfenden Blick denjenigen, die diese Ereignisse haben auf sich wirken lassen. Auf ihre Empfindungsseele haben sie gewirkt. Hingerissen von den Empfindungen, von den Eindrücken waren alle diejenigen, die sie haben sehen können. In gewisser Beziehung weiser geworden, reicher an Lebensweisheit und Erfahrung sind [aber] nur diejenigen [geworden], welche diese Eindrücke in sich selbst verarbeitet haben. Die standen dann mit einem anderen inneren Seelenleben, mit einem geklärteren inneren Seelenleben im Jahre 1815 der Welt gegenüber als etwa 1770. Das ist das Herausheben der Verstandes- oder Gemütsseele aus der Empfindungsseele.

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Cite: GA 68b/1910-03-12/p007 · edition original