{"corpus":"steiner","locus":"GA 68b/1910-03-12/p031","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Es ist so, dass der Mensch, bevor in der richtigen Weise seine inneren Seelenfähigkeiten erwachen, bevor er imstande wird, hinunterzutauchen in jenes Dunkel im Schlaf, bevor er die Wirklichkeit dahinter wahrnimmt, er die Begegnung machen muss mit demjenigen, was man den kleinen Hüter der Schwelle nennt. Das ist jene Wahrnehmung, durch die dem Menschen klar und deutlich die eigene Wesenheit in wirklicher Selbsterkenntnis vor die Seele tritt. Dadurch lernt der Mensch verstehen, was er eigentlich ist. Er lernt vor allen Dingen kennen dasjenige, was man wirkliche individuelle Karma- und Reinkarnations-Erkenntnis nennen kann. Der Mensch lernt erkennen, wie er von Leben zu Leben gegangen, bevor er in dieses Leben eingetreten ist, lernt erkennen, wie er in den verflossenen Leben dieses oder jenes in seine Seele eingeschrieben hat als sein Karma dadurch, dass er so oder so gelebt hat, wahr oder mit Irrtum beladen, schönen oder hässlichen Eindrücken hingegeben, gute oder böse Taten verrichtend in verflossenen Leben. Je nach dem er so oder so gelebt hat, lernt er erkennen, was seine Seele in sich eingeschrieben und was sie noch durchzumachen hat, um auszumerzen allen Irrtum, alles dasjenige, was die Seele hindern würde zu einer gewissen Vollkommenheitsstufe zu gelangen. Alles dasjenige, was die Seele an Unvollkommenheiten in sich hat, das lernt der Mensch da kennen als eine Art zweites Ich, als etwas, was er zu überwinden hat, als eine Art von Doppelgänger, von dem er genau weiß: Das musst du überwinden, sonst wirst du niemals das Ziel der menschlichen Lebensbahn erreichen.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"55. Die Mission der Andacht","site_heading":null,"date":"1910-03-12","location":null,"word_count":248,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/68b/1910-03-12/p031","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/68b/1910-03-12/p031"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/68b/1910-03-12/p031","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"listeners_notes","scope":"volume","note":"Written from listeners' notes, summaries, or memory rather than a shorthand transcript. The wording is the note-taker's as much as Steiner's: weigh a single striking phrase here far more cautiously than the same phrase in a stenographic volume, and do not rest an argument on one word.","evidence":"Da keine professionellen Stenogramme vorliegen, handelt es sich oftmals um notizenhaft festgehaltene Zusammenfassungen oder Berichte.","evidence_translation":"Since no professional shorthand transcripts exist, these are often summaries or reports kept in the form of notes.","evidence_source":"The publisher's description of the volume, as mirrored on AnthroWiki (GA 68b). The translation is the maintainer's, not a published one."}}