55. Die Mission der Andacht

GA 68b/1910-03-12/p043 ·1910-03-12 · original (original)
Record: listeners' notes. Written from listeners' notes, summaries, or memory rather than a shorthand transcript. The wording is the note-taker's as much as Steiner's: weigh a single striking phrase here far more cautiously than the same phrase in a stenographic volume, and do not rest an argument on one word. Evidence: «Da keine professionellen Stenogramme vorliegen, handelt es sich oftmals um notizenhaft festgehaltene Zusammenfassungen oder Berichte.» (Since no professional shorthand transcripts exist, these are often summaries or reports kept in the form of notes.). The publisher's description of the volume, as mirrored on AnthroWiki (GA 68b). The translation is the maintainer's, not a published one.

Dass aller Erkenntnis vorausgehen muss etwas wie ein solches Gefühl, das ist von vornherein begreiflich. Es braucht sich jemand nur zu überlegen, dass ja zwar alles der Mensch durch die Logik einsehen muss, dass man also durch logisches Denken an alles herantreten muss, dass die Logik das ist, was uns alles beweisen kann im Dasein. Aber was beweist uns die Logik selber? Soll man nicht zum Selbstwiderspruch kommen, dass die Logik sich selber beweist, dann muss man annehmen, dass in der Menschenseele etwas anderes ist als bloße Logik, was wiederum die Logik beweist. Logik kann nur bewiesen werden durch etwas, was selber nichts mit der Logik zu tun hat. Und das ist im Menschen dasjenige, was man nennen kann sein ursprüngliches gesundes Wahrheitsgefühl. So führt uns das Logische zuletzt auf das Gefühl zurück. Alles Verstehen führt uns auf das Gefühl zurück.

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