55. Die Mission der Andacht
Man kommt über diese Sache nicht hinaus, wenn man aufrichtig ist. Deshalb darf es einen auch nicht überraschen; wenn ein höchstes Erkennen eines Unbekannten hinter den Dingen zuerst in uns auftritt in jenem hingebungsvollen Gefühl, das wir als die Andacht bezeichnen. Und wenn diese Andacht, die in uns waltet und wirkt und webt an unserer Seele, bevor wir etwas erkannt haben, das wir andächtig verehren, wenn dieses Gefühl selber dasjenige ist, was uns hinaufführt, sozusagen den Berg hinaufführt zu dem, was sich dann unserem Erkennen ergibt — das ist Andacht im höchsten Sinne des Wortes.
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GA 68b/1910-03-12/p044 · edition original