{"corpus":"steiner","locus":"GA 68c/1904-04-04/p011","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Das ergibt sich aus zweierlei Gründen: Erstens war Goethe in seiner Jugend ebenso bemüht, das Geheimnis zu lernen, das man damals das Geheimnis der Alchemie genannt hat. Zwischen seiner Straßburger und Leipziger Studienzeit erkannte er schon, dass es eine geistige Seite der Alchemie gibt, und er wusste, dass die gewöhnliche Alchemie nur ein Zerrbild der geistigen ist. Dass alles dasjenige, was als Alchemie bekannt ist, nur dadurch hat bestehen können, dass die bildlichen Ausdrücke für Wirklichkeiten genommen worden sind. Diese Alchemie des Menschen, welche sich mit den Kräften des inneren Lebens vollzieht, die hat er gemeint. Auch Anweisungen haben die Mysterienführer gegeben, wie diese Alchemie bewirkt werden kann. Da sie indessen diese Umwandlung der inneren menschlichen Kräfte nur gleichnisweise in Bildern beschreiben konnten, so haben sie davon gesprochen, dass ein Stoff in den andern sich verwandelt. In dem, was sie über die Verwandlung der Stoffe gesprochen haben, haben sie das ausgedrückt, was sich im menschlichen Seelenleben auf eine höhere Stufe hinaufentwickelt, was sich in geistiger Weise verwandelt. Dasjenige, was große Geister den am Alltagsleben haftenden Menschen auf geistigem Gebiete gezeigt haben, das haben sie auf die Umwandlung der Stoffe, der gewöhnlichen Stoffe und Metalle in Retorten angewendet und sich bemüht, herauszukriegen, was für ein geheimnisvolles Mittel man gemeint hat, das die Umwandlung des Stoffes bewirkt. Goethe hat in einer Stelle des «Faust» gezeigt, was er von diesen Dingen verstanden hat. Im ersten Teil des «Faust», beim Spaziergang vor dem Tore, weist er genau darauf hin, was Falsches, Unrichtiges, Kleinliches in der zu materialistischen Auffassung der Alchemie liegt. Er spottet über diejenigen, die in grillenhaftem Mühen nach der Entdeckung des Geheimnisses streben und in Gesellschaft von Adepten und nach unendlichen Rezepten das Widrige zusammengießen:","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"X. Das Märchen von der grünen Schlange und der schönen Lilie","site_heading":null,"date":"1904-04-04","location":null,"word_count":283,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/68c/1904-04-04/p011","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/68c/1904-04-04/p011"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/68c/1904-04-04/p011","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}