X. Das Märchen von der grünen Schlange und der schönen Lilie
> In unsers Busens Reine wogt ein Streben > Sich einem Höheren, Reinem, Unbekannten > Aus Dankbarkeit freiwillig hinzugeben, > Enträtselnd sich den ewig Ungenannten > Wir heißen’s: fromm sein! — Solcher seligen Höhe > Fühl’ ich mich teilhaft, wenn ich vor ihr stehe. > Vor ihrem Blick, wie vor der Sonne Walten > Vor ihrem Atem, wie vor Frühlingslüften > Zerschmilzt, so längst sich eisig starr gehalten > Der Selbstsinn tief in winterlichen Grüften > Kein Eigennutz, kein Eigenwille dauert > Vor ihrem Kommen sind sie weggeschauert.
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GA 68c/1904-04-04/p014 · edition original