{"corpus":"steiner","locus":"GA 68c/1904-04-04/p025","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Nun wird uns im «Märchen» weiter erzählt, dass die Schlange unten war in den Klüften der Erde und dass sie da etwas von menschlichen Gebilden gefunden habe. Die Schlange war in einem Tempel. Das ist nichts anderes als das Symbol des Mysterientempels aller Zeiten. Dieser verborgene Tempel, der in den Klüften unter der Erde war, das ist das Symbol der Einweihungsstätte, der Stätte der Initiation. Hier in diesem Tempel hat die Schlange die drei großen Initiationspriester gesehen, jene Priester, welche begabt sind mit den drei höchsten Kräften der menschlichen Natur. Die Theosophie nennt sie Atma, Budhi, Manas. Goethe nennt das, was die Theosophie mit Atma, Budhi, Manas bezeichnet, den König der Weisheit, den König der Schönheit und den König der Stärke oder den König des Willens. Mit diesen drei Grundkräften der Seele, mit welchen die menschliche Seele initiiert werden muss, wurde der Geist in den Mysterienstätten vereinigt. Diesen Hergang stellt Goethe in dem «Märchen» dar. Hier unten, in den Hallen der Erde, ist die Schlange, die von innen leuchten wird, weil sie das Gold der Weisheit aufgenommen. Und weil sie es in Demut aufgenommen hat, deshalb wird sie erleuchtet von innen. Der Alte mit der Lampe ist eine andere Figur. Was stellt sie uns dar? Die Lampe des Alten hat die Eigenschaft, dass sie nur leuchtet, wenn schon anderes Licht vorhanden ist. Weil die Schlange leuchtet, das Innere des Mysterientempels erleuchtet mit dem aus ihr selbst erstrahlenden Licht, deshalb kann hier auch das Licht des Alten leuchten. Goethe drückt diesen Gedanken an anderer Stelle mit den Worten aus:","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"X. Das Märchen von der grünen Schlange und der schönen Lilie","site_heading":null,"date":"1904-04-04","location":null,"word_count":258,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/68c/1904-04-04/p025","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/68c/1904-04-04/p025"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/68c/1904-04-04/p025","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}