X. Das Märchen von der grünen Schlange und der schönen Lilie

GA 68c/1904-04-04/p027 ·1904-04-04 · original (original)
Record: unknown. How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.

Hier sagt er in Worten der Poesie, was er im «Märchen» im Bilde ausdrückt. Die Erkenntnis, die wir in der Theosophie die okkulte Erkenntnis nennen, ist dargestellt in dem Alten mit der Lampe. Niemandem erscheint das Licht, der sich nicht wirklich für dessen Aufnahme vorbereitet hat. Niemandem erscheint es, der sich nicht hinaufgearbeitet hat auf jene höhere Stufe der Entwicklung, sodass sein Selbst, seine selbstlose Natur aus dem Innern heraus leuchtet, Licht dem Licht entgegenbringt. Wenn diese zwei Lichter, das intuitive und das Licht, das aus dem Persönlichen herauskommt, einander entgegenleuchten, dann geben sie das, was der Mensch erlebt in seiner Verwandlung als spirituelle Alchemie, dann wird der Raum um ihn Licht, dann lernt er erkennen, was höchste Geisteskräfte sind, die Gaben der drei Könige: Weisheit, Schönheit und Stärke. Die Gabe des goldenen Königs ist die Weisheit, die Gabe des silbernen Königs ist die Schönheit, die Frömmigkeit, die Gabe des ehernen Königs ist die Stärke, die Willenskraft. Den innersten Kräften nach kann der Mensch sich dann erst selbst verstehen, wenn das Licht entgegenkommt, dem Licht der Lampe, das nur leuchten kann, wo schon Licht vorhanden ist. Dann erscheinen die drei Könige in ihrem Glanz, und zugleich wird die Bedeutung des vierten Königs klar, jenes Königs, der zusammengesetzt ist aus den Metallen der drei anderen Könige. Er ist ein Symbol der niederen Natur, in welcher ungeordnet und unharmonisch wie in einem Chaos die edlen Kräfte Weisheit, Schönheit und Stärke zusammenwirken. Diese drei Kräfte, die in der hoch entwickelten Seele leben, sie sind auch in der niederen Natur vorhanden, aber chaotisch, unharmonisch. Dieser vierte König ist das Reich der jetzigen Welt, die chaotische Vermischung von Weisheit, Schönheit und Stärke. Die Seelenkräfte, die nur im harmonischen Zusammenwirken das Höchste erreichen können, sie wirken im gegenwärtigen Zeitalter chaotisch aufeinander ein. Es ertönt im Initiationstempel die Stimme:

Read this passage in another edition
DEoriginalENEnglish
Raw JSON: /v1/steiner/de/ga/68c/1904-04-04/p027.json
Cite: GA 68c/1904-04-04/p027 · edition original