X. Das Märchen von der grünen Schlange und der schönen Lilie

GA 68c/1904-04-04/p032 ·1904-04-04 · original (original)
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Das sind die zwei Wege, die nach dem jenseitigen Ufer hinüberführen: in feierlichen Augenblicken der Mittagsstunde die Schlange, und in der Dämmerung des Bewusstseins, in Trance und so weiter, der Schatten des Riesen. Eines aber soll hier erstrebt werden: Die Schlange soll sich völlig hinopfern, sie soll sich nicht bloß am Mittag über den Fluss der Leidenschaften neigen, sie soll an jeder Tagesstunde als Brücke von dem einen Ufer zum andern hinführen, sodass nicht nur einige hinüberzuwandern in der Lage sind, sondern dass alle Menschen mit Leichtigkeit hin und zurück kommen können. Diesen Entschluss hat die Schlange, diesen Entschluss hat Goethe gefasst. Goethe weist hin auf ein Zeitalter der Selbstlosigkeit, wo der Mensch seine Kraft nicht in den Dienst des niederen Selbst, sondern in den Dienst der Selbstlosigkeit stellt, keinen eigenen Nutzen begehrt.

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