X. Das Märchen von der grünen Schlange und der schönen Lilie

GA 68c/1904-04-04/p036 ·1904-04-04 · original (original)
Record: unknown. How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.

Der Mensch ist umgeben in der Welt, in seiner Wohnung, von demjenigen, was an den Wänden als Gold hängt. Alles dasjenige, was ihn umgibt, das ist ebenfalls das Gold. Was umgibt ihn also? Auf der einen Seite ist es der Erkenntnismensch, auf der anderen Seite der Nützlichkeitsmensch. Es umgibt ihn die gesamte Erfahrung des menschlichen Geschlechtes. Alles, was gesammelt worden ist als Erfahrung der Menschheit, ist aufgetürmt in der menschlichen Wissenschaft. Diejenigen, welche nach ihr streben, suchen dasjenige, was aufgezeichnet ist in den Schriften. Da lecken sie gleichsam die historische Weisheit heraus. Das ist dasjenige, was den Menschen in seinem Streben umgibt; es ist dasjenige, womit sich der Mensch ganz durchdringen wird. Sie ist aber unbrauchbar für dasjenige, was leben soll. Der lebendige Mops verschlingt das Gold und stirbt davon. Die Weisheit, die nur als tote Bücherweisheit herrscht, nicht durch den Geist lebendig gemacht worden ist, sie tötet alles Lebendige. Nur wenn sie wieder vereinigt ist mit dem Ursprunge der Weisheit, mit der schönen Lilie, dann erwacht sie wieder zum Leben. Daher gibt der Alte seiner Frau den toten Mops mit, um ihn zu der schönen Lilie zu bringen. Die Lampe hat eine eigentümliche Eigenschaft: [Tote Tiere werden durch sie in Edelsteine verwandelt], alles Tote wird durch sie lebendig; was lebendig ist, wird durch sie geklärt zum Kristall, helle, durchsichtig. Diese Verwandlung wird im Menschen bewirkt durch die Erkenntnis, das heißt durch die okkulte Erkenntnis.

Read this passage in another edition
DEoriginalENEnglish
Raw JSON: /v1/steiner/de/ga/68c/1904-04-04/p036.json
Cite: GA 68c/1904-04-04/p036 · edition original