XXIX. Das Wesen des Egoismus (Goethes «Wilhelm Meister»)
Nun, im Ätherleib, wie ist da die Betätigung [durch ein zu stark wirkendes Ich]? Sie macht sich geltend durch die Möglichkeit des Irrtums auf der einen und der Lüge auf der andern Seite. Dem Irrtum ist der Mensch dadurch unterworfen, dass das Ich zu sehr im Ätherleib arbeitet, nicht im Einklang dabei steht mit der Außenwelt. Nun, und die Lüge? [Wenn wir lügen, bildet sich diese Gedankenform als reale Tatsache, und es entsteht in der geistigen Welt, was wir in der physischen eine Explosion nennen.] Würde das Ich nicht so verschmelzen im Ätherleib, so würde der Mensch wissen, dass, was nicht in Übereinstimmung mit der Wahrheit, der Wirklichkeit ist, Zerstörung bewirkt, eine Explosion. Die müssen wir aufnehmen in unser Karma, zerstören unsere Lebenslaufbahn, bis wir sie wieder ausgeglichen haben. Wer lügt, zerstört sich so viel in seinem Karma wie Bombenexplosionen in der physischen Welt. Lüge und Irrtum werden also bewirkt durch ein zu starkes Sich-geltend-Machen des Ichs im Ätherleib.
Cite:
GA 68c/1909-11-28/p006 · edition original