XXIX. Das Wesen des Egoismus (Goethes «Wilhelm Meister»)
[Zuerst werden durch das Hineinfließen der astralischen Substanz die astralischen Sinne ausgebildet.] Dadurch kommen wir in Harmonie mit der Außenwelt. Wenn wir nur den Empfindungsleib hätten, würden wir seelenlose Geschöpfe sein, [wir würden mit dem Auge sehen], aber ohne Freude; [die Außenwelt würde sich nur in uns spiegeln]. Nun haben wir aber dazu die Empfindungsseele. Im Empfindungsleib wird das Ich wenig stärker sein können, als das richtige Maß gewesen wäre, ohne den Einfluss des Luzifer. [Der Einfluss der luziferischen Wesenheiten macht sich geltend in der Empfindungsseele, an den Empfindungsleib kommt er nicht heran.] Das wirkt sich aus in der Empfindungsseele. Dann entsteht der Missklang. Das ist der Egoismus. Wenn das Ich zu stark die Kräfte der Empfindungsseele zusammenschnürt, dann entsteht der Egoismus. Der Empfindungsleib nimmt auch dann schöne Eindrücke auf, die Empfindungsseele kann sich aber nicht daran freuen. Die Welt gibt die Farben. Die Empfindungsseele soll sich hineinergießen in das, was der Empfindungsleib gibt. Wer die Möglichkeit findet, aus sich so weit herauszugehen, dass er die Welt umfasst, macht sein Ich kräftig. Dieser Egoismus ist gesund, weil inhaltreich. Alle Wesen sollen das tun.
Cite:
GA 68c/1909-11-28/p008 · edition original