XXIX. Das Wesen des Egoismus (Goethes «Wilhelm Meister»)

GA 68c/1909-11-28/p017 ·1909-11-28 · original (original)
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Die beste Erklärung des «Hamlet» ist im «Wilhelm Meister». In den «Bekenntnissen einer schönen Seele» zeigt sich — wörtlich fast — die Susanne von Klettenberg, wie ein Spiegelbild ihrer Entwicklung. Makarie hat in ihrer Krankheit möglichst viel in ihr Inneres hineingebrütet, aber die innere Natur sucht die Außenwelt wieder im eigenen Innern, findet Umgang mit göttlichen Wesenheiten im eigenen Wesen, genießt dies Vorleben der Mystik. Sie erreicht eine hohe Stufe. Die gesunde Natur drängt darüber hinaus und kommt [durch ein] wichtiges Ereignis [dazu, zu fragen]: Ist Gott nur im Innern? Da wendet sich ihr Blick nach Palästina, zum Christentum. Christus wurde Mensch, machte alles durch bis zum Tode. Als sie das gründlich verstand, sagte sie: In jeder Blume offenbart sich die Gottheit heraus aus dem Innern in die Welt. Jetzt lebt sie mit das Ereignis von Golgatha. Susanne von Klettenberg gab Goethe einen bedeutsamen Stoß für seine innere Entwicklung. Er ist nie stehen geblieben.

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