XXXI. Die Mission der Wahrheit
Auch Prometheus hat einen Sprossen, den Phileros; denjenigen, der abstammt von diesem Ich-Menschen Prometheus, der der eigentliche Pfleger der menschlichen Ichheit ist. Aber schon im Sohne sehen wir die volle Einseitigkeit des bloßen Ichstrebens. Er will nun nicht mehr schaffen. [Er hält nicht aus, in nutzbringender andern denkender Tätigkeit.] Denn das hält nicht an, was sich als einseitiges Ichstreben nicht ergänzt durch Weisheit. Bei Prometheus ist dieses Ichstreben noch so vorhanden, dass es das ganze Wesen des Prometheus durchzieht. Im Sohne zeigt es sich so, dass es zu gleicher Zeit seine schädliche Seite zeigt. Der Sohn ist nicht bloß Hervorbringer, sondern Genießer dessen, was da ist. Dadurch ruft er Streit hervor. Er verwundet sogar [in seiner blinden Erregung] im Streite diejenige, die das Da-Seiende behütet, [die von ihm heiß geliebte] Epimeleia, die Tochter des Epimetheus.
Cite:
GA 68c/1909-12-06/p036 · edition original