XXXI. Die Mission der Wahrheit

GA 68c/1909-12-06/p039 ·1909-12-06 · original (original)
Record: unknown. How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.

Dass Goethe in seiner Jugend auf einseitigem Standpunkt gestanden hat, können wir noch entnehmen aus etwas anderem. Er erinnert sich nicht an das Wort im ersten Teil des «Faust», wo Faust darangeht, die Bibel zu übersetzen. Da sehen wir, wie Faust an die Bibel herantritt und das richtige Wort «Im Anfang war das Wort» ersetzen will durch ein anderes: «Im Anfang war die Tat.» Dies will er mehr in die Bibel hineintragen als jugendlicher Mensch; das war nicht Goethes letzte Meinung. Es sollten aufhören die Menschen, darinnen den ganzen Goethe zu sehen. Goethe hat in der Jugend diesen Prometheus-Standpunkt wohl gepflegt, aber er hat später deutlich gezeigt, wie er darüber hinausgeschritten ist, wie er später wusste, dass zu demjenigen, was vorgedachte Tat ist, um den Menschen gesund zu entwickeln, das Wort, das heißt der Abglanz der von den Weltengeistern der Welt eingeprägten Weisheit, treten muss. Daher fügt Goethe in seiner «Pandora» aus seiner Totalität heraus seinem jugendlichen Standpunkt erweiternd hinzu:

Read this passage in another edition
DEoriginalENEnglish
Raw JSON: /v1/steiner/de/ga/68c/1909-12-06/p039.json
Cite: GA 68c/1909-12-06/p039 · edition original