8. Die Erziehung des Kindes vom Standpunkte der Geisteswissenschaft

GA 68d/1907-01-10/p019 ·1907-01-10 · original (original)
Record: mixed sources. This volume draws on more than one kind of record (transcripts, notes, documents). Check the volume's own front matter before weighing a single passage. Evidence: «Vorträge aus den Jahren 1905 bis 1909 in Form von ausführlichen Mitschriften, Zuhörernotizen und Zeitungsreferaten» (Lectures from the years 1905 to 1909 in the form of detailed transcripts, listeners' notes and newspaper reports). The publisher's description of the volume, as mirrored on AnthroWiki (GA 68d). The translation is the maintainer's, not a published one.

Wissen wir dies alles, dann werden wir es anwenden können in Bezug auf das Herauskommen dieser Glieder im Laufe der Entwicklung des Kindes. Wenn wir wissen, dass bis zum siebenten Jahr der Ätherleib eingeschlossen ist, so wissen wir auch, dass wir bis dahin nicht wirken dürfen auf das, was Eigenschaften dieses Ätherleibes sind. Erst dann, wenn dieser durch die zweite Geburt frei wird, dürfen wir erziehend auf ihn wirken. Es gibt ein Wort, das Licht verbreiten kann und als Grundprinzip für die Erziehung des Kindes bis zum siebenten Jahre gelten sollte. Aristoteles spricht dies Wort aus, wenn er sagt: Der Mensch ist der Nachahmer der Tiere. Nachahmen ist das, was dem Kinde eignet bis zum siebenten Jahr. Das Kind muss sehen, was es lernen soll, es muss es sehen und hören. Es muss in seiner Umgebung das da sein, was auf das Kind wirken soll. Es soll ihm nichts von heute auf morgen beigebracht werden, sondern vorzeigen, vorleben soll man ihm, was es nachmachen soll.

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