8. Die Erziehung des Kindes vom Standpunkte der Geisteswissenschaft

GA 68d/1907-01-10/p022 ·1907-01-10 · original (original)
Record: mixed sources. This volume draws on more than one kind of record (transcripts, notes, documents). Check the volume's own front matter before weighing a single passage. Evidence: «Vorträge aus den Jahren 1905 bis 1909 in Form von ausführlichen Mitschriften, Zuhörernotizen und Zeitungsreferaten» (Lectures from the years 1905 to 1909 in the form of detailed transcripts, listeners' notes and newspaper reports). The publisher's description of the volume, as mirrored on AnthroWiki (GA 68d). The translation is the maintainer's, not a published one.

Man legt heute ein viel zu großes Gewicht darauf, dass der Sinn mitwirken soll bei allem, was man dem Kinde beibringt. Man sollte aber vielmehr dafür sorgen, dass die ganze Umgebung des Kindes so eingerichtet ist, dass die äußeren Kräfte, die das Kind umgeben, weckend und Leben fördernd auf seinen Ätherleib einwirken. — Dabei erinnern wir uns an das Goethewort: Das Auge ist vom Licht für das Licht gebildet. Das Tier, das gezwungen wird, in finsteren Höhlen zu leben, verliert allmählich das Augenlicht, es wird blind. Das Licht wirkt schaffend und gestaltend am Auge. Die Naturkräfte sind organschaffend, sie bilden die Organe heran. Der Mensch ist, wenn er geboren wird, noch nicht fertig. Ein jeder Lichtstrahl wirkt weiter bildend am Auge. Und so kann auch, was in des Kindes Umgebung sich befindet, Leben erweckend oder Leben verkümmernd auf des Kind wirken.

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